Mein kleiner Chinese: Ein China-Roman by Alma M. Karlin

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By Rebecca King Posted on Dec 22, 2025
In Category - Theology
Karlin, Alma M., 1889-1950 Karlin, Alma M., 1889-1950
German
Ever read a travel memoir that feels more like a secret diary? That's Alma Karlin's 'Mein kleiner Chinese.' Forget dry history—this is the raw, unfiltered journal of a fiercely independent Slovenian woman who traveled solo through China in the 1920s, when that was almost unthinkable. It's not just about the places; it's about the quiet, often lonely struggle of being a foreigner in a world that doesn't understand you. She writes about her daily life, her doubts, and her unexpected friendship with her young Chinese language teacher, 'my little Chinese.' The real mystery isn't in the landscape, but in whether two people from utterly different worlds can truly connect.
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obschon sie oft sehr -- aber sehr -- verschieden von uns waren. Da ich auch Neger mit Lippen wie die einladendsten Frankfurter Würstel kannte, dachte ich mir mit Recht, daß ich alles aufbieten müsse, um auch noch Chinesen in den Kreis meiner Bekannten einzureihen, auf daß diese mit ihrer uralten Kultur mir neue Horizonte eröffnen würden. Für mich ist ein gefaßter Entschluß auch schon Tat. Nicht zehn Minuten später warf ich einen Brief an den Sekretär eines chinesischen Studentenvereins in den roten Schlund eines einladenden Londoner Briefkastens. Ich hatte den Sekretär ersucht, die Mitglieder des Vereins zu fragen, ob jemand geneigt wäre, eine moderne Sprache in Austausch für Unterricht im Chinesischen zu lernen. Glücklicherweise hatte ich eine gute Auswahl Sprachen auf dem Lager. Als ich am folgenden Tage, einem Sonnabend, um zwei Uhr vom Amt heimkehrte, lag ein Brief für mich auf dem Hutständer in der Halle. Ich riß ungestüm den Umschlag auf und hatte die Genugtuung, zu lesen, daß ein gewisser, hochbegabter Chinese namens Hoang-Zo sich zum Tausch bereiterklärte, da er italienisch lernen wollte. »Du bist doch ein ganzer Kerl, Katherina Schulze!« sagte ich mir. »Jetzt hast du sogar einen Chinesen -- leider wahrscheinlich nur einen unbezopften, was natürlich den Wert verringert, aber immerhin einen waschechten Chinesen erangelt.« Die Adresse des unvergleichlichen Studiosus lag bei. Allerdings war ein Wermutstropfen in dem Nektar -- der Sekretär redete mich mit »Herr« an, und ich fürchtete nun, daß der angehende Gelehrte mir den Laufpaß geben würde, sobald er sich über mein Geschlecht im klaren war. Hoffend, daß der Einfluß des Westens die angeborene und anerzogene Verachtung der Weiber einigermaßen gemildert hatte, teilte ich ihm nebst meinen Freistunden auch die bedauerliche Tatsache mit, daß mich die Sünden in meiner vorigen Inkarnation dazu verdammt hatten, in der gegenwärtigen als Mädel herumzulaufen, und bat ihn gleichzeitig, von dieser traurigen Verwandlung keine weitere Notiz nehmen, sondern mich ganz als Mann betrachten zu wollen. Die Antwort ließ nicht auf sich warten -- er vergab mir großmütig mein Geschlecht und versprach, mich um drei Uhr nachmittags zum Tee abzuholen. In England ist es Brauch und Sitte, daß ein Herr eine Dame zum Tee einlädt, den er mit ihr in irgendeinem der zahlreichen, oft sehr hübschen Teehäuser, wo möglicherweise sogar die Musik spielt, einnimmt. Aber ich hatte damals noch einige verzopfte Ideen aus der Heimat mit, denen zufolge man nie etwas von einem Mann annehmen darf, wenn er nicht weißes Haar oder eine Frau mit mindestens sechs Kindern, womöglich gar beides hat, und ich wußte mit Bestimmtheit, daß Mr. Hoang-Zo kein weißes Haar hatte. -- Die Frau mit den sechs Kindern konnte er nun freilich haben, da man in China oft schon mit 15 Jahren heiratet, aber andrerseits konnte ich nicht gut unsre Bekanntschaft mit der heiklen Frage eröffnen: »Bitte, wie viele Kinder haben Sie schon?« Zur festgesetzten Stunde klingelte es. Ich öffnete selbst und nicht ohne gehöriges Zähneklappern die Tür, da meine Hausfrau, eine mit Speck und Kindern reich gesegnete Italienerin, immer eine Viertelstunde brauchte, bevor sie aus den unteren Küchenregionen angepustet kam. Vor mir stand ein bartloser junger Mann, etwa einen halben Kopf größer als ich selbst (mich hat der liebe Herrgott sehr kurz zugeschnitten), von blaßgelber Gesichtsfarbe, etwa wie eine im Eintrocknen begriffene Zitrone, die in der Farbennuance zwischen gelb und braun schwankt, mit merkwürdig zwinkernden Augen -- eine Folge sehr großer Kurzsichtigkeit --, die mich durch festsitzende Augengläser musternd betrachteten, und über die sich kaum sichtbar schwach gezeichnete Augenbrauen wölbten. Nase hatte er keine, besser gesagt keine vollständige Nase nach europäischen Begriffen, da die beiden geschlitzten Augen nicht durch ein kleines Vorgebirge getrennt, sondern durch...

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Alma M. Karlin was a real person—a polyglot, a world traveler, and a writer way ahead of her time. In 'Mein kleiner Chinese,' she gives us her diary from her years living in China. The book follows her as she learns the language, navigates a culture that's completely new to her, and tries to make a life for herself far from home.

The Story

The heart of the book is Alma's relationship with her Chinese teacher, a young man she affectionately calls 'my little Chinese.' Through their lessons and conversations, we see China through Alma's curious, sometimes frustrated, but always honest eyes. The plot is the slow build of their friendship. It's about the small moments of understanding and the bigger walls of cultural difference. We follow her daily grind, her observations on everything from food to philosophy, and her personal battle with isolation.

Why You Should Read It

This book grabbed me because it feels so real. Alma doesn't paint herself as a heroic explorer. She gets lonely, she makes mistakes, and she admits when she's confused. Her voice is direct and personal, like you're reading her private letters. In a time when travel writing was often about conquering exotic lands, Karlin's focus on one simple human connection is powerful. It makes a vast, complex country feel intimate.

Final Verdict

Perfect for readers who love personal diaries, untold stories of adventurous women, and slow-burn narratives about culture clash. If you enjoy books that are more about internal journeys than action-packed plots, you'll find Alma Karlin's company fascinating. It's a quiet, thoughtful look at what it means to be an outsider, and the fragile bridges we build to cross the gaps between us.



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Charles Gonzalez
1 year ago

Finally a version with clear text and no errors.

George Rodriguez
1 year ago

I was skeptical at first, but the emotional weight of the story is balanced perfectly. Definitely a 5-star read.

5
5 out of 5 (12 User reviews )

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