Das zweite Gesicht: Eine Liebesgeschichte by Hermann Löns

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By Rebecca King Posted on Dec 22, 2025
In Category - Faith & Religion
Löns, Hermann, 1866-1914 Löns, Hermann, 1866-1914
German
Hey, I just finished this fascinating old German novel from 1905 called 'Das zweite Gesicht' (The Second Face). It's not your typical romance. Picture this: a man falls for a woman he sees in a painting, then meets her exact double in real life. But here's the twist—they're not the same person, and the real woman has a dark secret tied to that portrait. It's a story about obsession, mistaken identity, and whether love can survive when it's built on an illusion. If you like mysteries wrapped up in historical settings with a heavy dose of fate and longing, this one will pull you right in.
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war sie wieder fort, und die Flammen machten lange Hälse hinter ihr her. Doch auf die Dauer wurde ihr das ledige Tanzen zu langweilig; sie blieb stehen, daß das weiße Hemd über der runden Brust auf- und abging, hielt die Hand über die Augen und sah über das Moor, das ganz weiß vom Wollgrase war. Mit einem Male erblickte sie dort, wo hinter den Birkenbüschen Wasser blitzte, etwas Rotes, das hin- und hersprang, und das war ein menschliches Angesicht, und es gehörte zu einem Manne im grünen Rocke, der ein Schießgewehr auf dem Rücken trug, an dem Rucksacke drei Birkhähne hängen hatte, und mit dem Springstocke über die Gräben und Abstiche hinwegsetzte. »Deubel auch!« sprach die Brennhexe und lachte; »das ist aber ein glatter Danzeschatz für mich; der kommt mir gerade paßlich.« Sie ging schneller, aber sie konnte den Mann nicht einholen. Sie hielt die Hände um den Mund und rief: »He, du!«, aber der Jäger hörte sie nicht. Sie versuchte zu flöten; doch damit hatte sie erst recht kein Glück. So lief sie denn, was sie laufen konnte, blieb ab und zu stehen und schrie: »He!« und »Holla!« oder »Teuf!«, bis der Mann, als sie schon ganz außer Atem war, sich endlich umdrehte und nach ihr hinsah. Sie winkte ihm zu, aber da merkte der Jäger, mit wem er es zu tun hatte, setzte den Springstock ein und machte, daß er weiter kam. »Du Flegel!« schimpfte die Brennhexe und lief wieder hinter ihm her, so daß er hin- und herspringen mußte, denn sie kam ihm immer dichter auf die Hacken. Als es gar nicht mehr anders ging, sprang er in einen alten Abstich, warf Gewehr und Rucksack von sich, duckte sich so tief, daß ihm das Wasser bis an die Brust ging und wartete, bis das verliebte Frauenzimmer an ihm vorbeigerannt war. Dann stieg er heraus, schüttelte sich, lachte, hängte den Drilling und den Rucksack um, nahm den Stock wieder zur Hand und sprang nach der anderen Seite hin über das schwelende Haidkraut, den glimmenden Torf, an den knisternden Wachholderbüschen und den lichterloh brennenden Krüppelkiefern vorüber, ab und zu hinter sich sehend, wo alles ein Rauch und eine Glut war. Einmal blieb er stehen, verpustete sich und zog ein Büschel Torfmoos aus, das er aus einem Graben riß; aber da sah er auch schon das rote Gesicht der Hexe hinter sich und hörte die gemeinen Schimpfworte, die sie ihm nachschrie, und so sprang er dahin, wo der Bach an den Wiesen vorbeilief. Erst als er den hinter sich hatte und an dem großen Weidenbaume angekommen war, machte er Halt, ließ den Stock fallen, hängte die Büchse an den Baum, legte den Rucksack ab, warf sich in das Gras, lehnte den Rücken gegen den Stamm und atmete tief, dahin sehend, wo die Brennhexe stand und ihm mit der Faust drohte, während um sie her allerhand schwarze und graue Gesichter nach ihm hinglotzten, ihm Fratzen schnitten, Ruß nach ihm spuckten, Rauch nach ihm pusteten und ihm ihre roten Zungen ausstreckten. Er lachte sie aus, machte ihnen eine lange Nase, steckte sich eine Pfeife an und blies dem Gelichter den Dampf entgegen, mit kleinen Augen nach ihm hinsehend. Die grauen Fratzen verzogen sich langsam, und auch die Brennhexe war verschwunden; aber nun kam ein Mädchen über das ausgebrannte Moor gegangen. Schlank war es und hatte einen stolzen Schritt; ihr aschblondes Haar sah sanft aus, ihre Augen hatten einen zärtlichen Glanz, und ihre Hände waren weiß und sehr klein. Sie nahm damit an beiden Seiten ihr Kleid auf; das war von weißem Wollstoffe und so lose geschnitten, daß es schöne Falten warf; der...

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Hermann Löns's 1905 novel feels like stepping into a different time. It's set in a world of manor houses and old portraits, where a chance encounter can change everything.

The Story

The main character, Walter, becomes completely captivated by a portrait of a beautiful, mysterious woman. He thinks he's found the love of his life before even meeting her. Then, he actually does meet her—or so he believes. Her name is Helga, and she looks exactly like the woman in the painting. But Helga has her own story, one that's tangled up with the portrait's subject in a way Walter never expected. As he tries to win her heart, he has to untangle the truth behind the two identical faces and the shadow hanging over them.

Why You Should Read It

This book really makes you think about how we see people. Are we ever really in love with the person in front of us, or just an idea we've built in our heads? Löns writes with a quiet intensity about longing and the past. Walter's obsession is frustrating but understandable, and Helga is more than just a mirror image—she's a woman caught in a difficult situation. The atmosphere is thick with melancholy and a sense that some ghosts from the past just won't stay buried.

Final Verdict

Perfect for readers who enjoy classic, character-driven stories with a gothic-tinged mystery. It moves at a thoughtful pace, so it's best for when you're in the mood to sink into a moody, historical world. If you've ever wondered about the weight of a family secret or loved someone for reasons you couldn't fully explain, this century-old German romance will feel surprisingly fresh.



ℹ️ License Information

This masterpiece is free from copyright limitations. Thank you for supporting open literature.

Michelle Jackson
1 year ago

I started reading out of curiosity and it manages to explain difficult concepts in plain English. Exactly what I needed.

Paul Walker
5 months ago

My professor recommended this, and I see why.

Brian Hill
4 months ago

I was skeptical at first, but the plot twists are genuinely surprising. One of the best books I've read this year.

Andrew Jackson
11 months ago

This is one of those stories where the narrative structure is incredibly compelling. Thanks for sharing this review.

Mark Taylor
7 months ago

Surprisingly enough, the arguments are well-supported by credible references. Thanks for sharing this review.

5
5 out of 5 (10 User reviews )

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