Wolkenüberflaggt: Gedichte by Ernst Wilhelm Lotz

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By Rebecca King Posted on Dec 22, 2025
In Category - World Religions
Lotz, Ernst Wilhelm, 1890-1914 Lotz, Ernst Wilhelm, 1890-1914
German
Ever wondered what it feels like to stand on the edge of a world about to vanish? That's the electric, heartbreaking energy in 'Wolkenüberflaggt' by Ernst Wilhelm Lotz. He was a young German poet writing in the years just before World War I, and his work captures this incredible tension. The poems aren't about the war itself, but about the feeling in the air—the mix of modern excitement and a deep, ancient dread. It's like reading the diary of a generation that sensed the storm clouds gathering but didn't know the shape of the lightning. If you've ever felt history humming just beneath your feet, this collection will speak to you.
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Weichluft-umschlungen verzittert mein Jubelschrei hinab in die Brust. Und mein Atem strömt ab in den Wind. Von Dächern weht ein Gelächter. DIE LUFT STEHT GRÜNVERSCHLEIERT . . . Die Luft steht grünverschleiert in der Sonnenzeit. Meine Fenster, die auf die Wasser zeigen, Holen in ihre Rahmen herüber die Häuserbänke, Die stromüber weiß in den Mittag schweigen. Meine Zimmer saugen in sich volle Süßigkeit. Und meine Augen, die in der lauen Luft entschweben Müssen ihr eigenes Leben im Blauen leben. DER ZÄRTLING Es werden Zeiten kommen, ernst, schwere, Die mich umpacken mit beschwielter Hand, Sie finden mich in unbereiter Wehre Und Gliedern, solchen Zwanges unbekannt. Dann werd' ich hingewühlt in Betten dämmern, In Traumflucht hüten meinen müden Sinn Und an der Adern matt gewohntem Hämmern Verzärtelt wähnen, daß ich lebend bin. Und Tage werden nah vorüberschreiten, Freigütige Hände nach mir ausgestreckt, Ich aber, in des Blutes Heimlichkeiten Versponnen, träume weiter ungeweckt. O ernste Träume werden mich durchhallen, Und Sonnen werden pendeln durch mein Blut Und junge Sterne sich zusammenballen Um mich, gesäugt von meiner Schöpferglut. Es werden Zeiten kommen, ernste, schwere, Doch ich entgleite ihrer harten Zucht Und gründe fern, in selbstgewollter Leere, Ein Haus, durchdröhnt von meiner Träume Wucht. BEGREIFT! Von Dumpfheit summt das halbe Kaffeehaus, Das halbe ist getaucht in leichtes Glühen Und flackert in den Lampentag hinaus, Wo dünne Nebel an die Scheiben sprühen. Es wollen ernste Freunde mich bedeuten, Ich sei zu leicht für diese Gründerjahre, Weil ich, statt kampfgenössisch Sturm zu läuten, Auf blauer Gondel durch den Äther fahre. Ich sah bisher nur Zeitungsfahnenwische Und warte längst auf Barrikadenschrei, Daß ich mich heiß in eure Reihen mische, Besonnt vom Wind des ersten Völkermai! Den Kopf ganz rot, malt ihr Kulissenbrand Und überträumt die Zeiten mit Besingung. Begreift: Ich wirke, spielend freier Hand, Mein helles Ethos silberner Beschwingung! DER SCHWEBENDE Meine Jugend hängt um mich wie Schlaf. Dickicht, Lichter -- berieselt. Garten. Ein blitzender See. Und drüber geweht die Wolken, die zögernden, leichten. Irrlichternd spiele ich durch greise Straßen, Und aus dem Qualmen toter Kellerfenster Lacht dumpfe Qual im Krampfe zu mir auf. Da heb ich meine lächelnd schmalen Hände Und breite einen Schleier von Musik Sehr süß und müde machend um mich aus. Und meine Füße treten in den Garten Der Abend trank. Die Liebespaare, dunkel, tief, erglühend, Stöhnen, verirrt ins Blut, auf vor der Qual des Mai. Da schüttle ich mein weiches Haar im Winde, Und rote Düfte reifer Sommerträume Umwiegen meinen silberleichten Gang. Blaß friert ein Fenster, angelehnt im Winde. Drauß heiser greller Schrei und Weinen singen Um einen Toten auf der dunklen Fahrt. Ich schließe meine Augen, schwere Wimpern, Und sehe Ländereien grün vor Süden, Und Fernen zärtlich weit für Träumereien. Ein glänzend helles Kaffehaus, voll Stimmen Und voll Gebärden, lichtet sich, zerteilt. An blanken Tischen sitzen meine Freunde. Sie sprechen helle Worte in das Licht. Und jeder spricht für sich und sagt es deutlich, Und alle singen schwer im tiefen Chor: Drei Worte, die ich nie begreifen werde, Und die erhaben sind, voll Drang und Staunen, Die dunkle Drei der: Hunger, Liebe, Tod. II. WOLKENÜBERFLAGGT WOLKENÜBERFLAGGT Blei-weiß die Fläche. Wolkenüberflaggt, Darein zwei Segel schwarze Furchen graben. Zwei Uferbäume ragen hochgezackt, Die frühes Traumgrün auf den Zweigen haben. Zwei Hunde keuchen übers Ufergras Und wollen eine heiße Stunde jagen. Zwei Schüler kommen, schlank und Bücher-blaß, Die scheue Liebe wie zwei Leuchter tragen. Ein junger Dichter wacht auf einer Bank Und spricht, die Hände um sein Knie gefaltet: »Wie sind die Dinge heute Sehnsuchts-krank!« Und als er aufblickt, hat sich neu gestaltet Die Welt und ist erschütternd tränenblank, -- »Was,« ruft er, »hat mein...

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Ernst Wilhelm Lotz's Wolkenüberflaggt (which roughly translates to 'Flagged by Clouds') is a collection of poems from a voice cut tragically short. Lotz wrote these in the early 1910s and died in the First World War in 1914. The book isn't a single story, but a series of intense snapshots. You move through visions of modern city life with its machines and speed, then suddenly find yourself in moments of profound stillness, looking at ancient landscapes or feeling a deep, personal loneliness. The 'plot' is the emotional journey of a sensitive soul trying to make sense of a world that feels both thrillingly new and dangerously unstable.

Why You Should Read It

What grabbed me wasn't just the historical context, but how alive the poetry feels. Lotz doesn't feel like a dusty artifact. His excitement about trains and urban energy is contagious, but so is his underlying anxiety. You can feel him wrestling with big questions about progress, beauty, and where humanity is headed. Reading it now, with our own sense of living in turbulent times, it’s surprisingly relatable. It’s a powerful reminder that people have always felt the ground shift beneath them.

Final Verdict

This is perfect for readers curious about the mood of pre-WWI Europe, or for anyone who loves poetry that packs an emotional punch without being overly difficult. It's not a long, dense read, but a sharp, poignant one. If you enjoy the works of other 'early modern' poets or just want to spend an hour in the mind of a brilliant, lost talent, pick this up. It’s a small book that leaves a big shadow.



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