Zur Psychopathologie des Alltagslebens by Sigmund Freud

(2 User reviews)   4282
Freud, Sigmund, 1856-1939 Freud, Sigmund, 1856-1939
German
Ever forget someone's name right as you're introducing them? Or accidentally call your partner by your ex's name? Freud argues these aren't just random brain farts—they're tiny windows into your hidden thoughts and conflicts. In this surprisingly readable classic, he collects everyday slips of the tongue, forgotten words, and misplaced items, insisting they all have meaning. It’s like having a detective follow you around, analyzing your most embarrassing mistakes and claiming they reveal your secret desires and anxieties. Whether you buy his theories or not, this book will make you question every little 'oops' moment you have.
Share

Read "Zur Psychopathologie des Alltagslebens by Sigmund Freud" Online

This book is available in the public domain. Start reading the digital edition below.

START READING FULL BOOK
Instant Access    Mobile Friendly

Book Preview

A short preview of the book’s content is shown below to give you an idea of its style and themes.

weit über die gebräuchliche Verwertung des Phänomens hinausführt. Wenn ich nicht sehr irre, würde ein Psycholog, von dem man die Erklärung forderte, wie es zugehe, dass einem so oft ein Name nicht einfällt, den man doch zu kennen glaubt, sich begnügen, zu antworten, dass Eigennamen dem Vergessen leichter unterliegen als andersartiger Gedächtnisinhalt. Er würde die plausibeln Gründe für solche Bevorzugung der Eigennamen anführen, eine anderweitige Bedingtheit des Vorganges aber nicht vermuten. Für mich wurde zum Anlass einer eingehenderen Beschäftigung mit dem Phänomen des zeitweiligen Namenvergessens die Beobachtung gewisser Einzelheiten, die sich zwar nicht in allen Fällen, aber in einzelnen deutlich genug erkennen lassen. In solchen Fällen wird nämlich nicht nur _vergessen_, sondern auch _falsch erinnert_. Dem sich um den entfallenen Namen Bemühenden kommen andere -- _Ersatznamen_ -- zum Bewusstsein, die zwar sofort als unrichtig erkannt werden, sich aber doch mit grosser Zähigkeit immer wieder aufdrängen. Der Vorgang, der zur Reproduktion des gesuchten Namens führen soll, hat sich gleichsam _verschoben_ und so zu einem unrichtigen Ersatz geführt. Meine Voraussetzung ist nun, dass diese Verschiebung nicht psychischer Willkür überlassen ist, sondern gesetzmässige und berechenbare Bahnen einhält. Mit anderen Worten, ich vermute, dass der oder die Ersatznamen in einem aufspürbaren Zusammenhang mit dem gesuchten Namen stehen, und hoffe, wenn es mir gelingt, diesen Zusammenhang nachzuweisen, dann auch Licht über den Hergang des Namenvergessens zu verbreiten. In dem 1898 von mir zur Analyse gewählten Beispiele war es der Name des Meisters, welcher im Dom von _Orvieto_ die grossartigen Fresken von den »letzten Dingen« geschaffen, den zu erinnern ich mich vergebens bemühte. Anstatt des gesuchten Namens -- _Signorelli_ -- drängten sich mir zwei andere Namen von Malern auf -- _Botticelli_ und _Boltraffio_, die mein Urteil sofort und entschieden als unrichtig abwies. Als mir der richtige Name von fremder Seite mitgeteilt wurde, erkannte ich ihn sogleich und ohne Schwanken. Die Untersuchung, durch welche Einflüsse und auf welchen Assoziationswegen sich die Reproduktion in solcher Weise -- von _Signorelli_ auf _Botticelli_ und _Boltraffio_ -- verschoben hatte, führte zu folgenden Ergebnissen: a) Der Grund für das Entfallen des Namens _Signorelli_ ist weder in einer Besonderheit dieses Namens selbst noch in einem psychologischen Charakter des Zusammenhanges zu suchen, in welchen derselbe eingefügt war. Der vergessene Name war mir ebenso vertraut wie der eine der Ersatznamen -- Botticelli -- und ungleich vertrauter als der andere der Ersatznamen -- Boltraffio --, von dessen Träger ich kaum etwas anderes anzugeben wüsste als seine Zugehörigkeit zur mailändischen Schule. Der Zusammenhang aber, in dem sich das Namenvergessen ereignete, erscheint mir harmlos und führt zu keiner weiteren Aufklärung: Ich machte mit einem Fremden eine Wagenfahrt von Ragusa in Dalmatien nach einer Station der Herzegowina; wir kamen auf das Reisen in Italien zu sprechen, und ich fragte meinen Reisegefährten, ob er schon in Orvieto gewesen und dort die berühmten Fresken des *** besichtigt habe. b) Das Namenvergessen erklärt sich erst, wenn ich mich an das in jener Unterhaltung unmittelbar vorhergehende Thema erinnere, und gibt sich als eine _Störung des neu auftauchenden Themas durch das vorhergehende_ zu erkennen. Kurz, ehe ich an meinen Reisegefährten die Frage stellte, ob er schon in Orvieto gewesen, hatten wir uns über die Sitten der in _Bosnien_ und in der _Herzegowina_ lebenden Türken unterhalten. Ich hatte erzählt, was ich von einem unter diesen Leuten praktizierenden Kollegen gehört hatte, dass sie sich voll Vertrauen in den Arzt und voll Ergebung in das Schicksal zu zeigen pflegen. Wenn man ihnen ankündigen muss, dass es für den Kranken keine Hilfe gibt, so antworten sie: »_Herr_, was ist da zu sagen? Ich weiss, wenn er zu retten wäre, hättest du ihn gerettet.« -- Erst in diesen Sätzen...

This is a limited preview. Download the book to read the full content.

Forget dense case studies of hysterical patients. The Psychopathology of Everyday Life is Freud on your home turf. The 'story' here isn't a narrative, but a collection of investigations into common mental glitches. Freud examines why we forget names we know perfectly well, why we slip and say the wrong word, and why we misplace objects. He argues that these aren't accidents or simple memory lapses. Instead, he sees them as compromises—a hidden, often uncomfortable thought or feeling forcing its way past our conscious mind's guard.

Why You Should Read It

This book is fascinating because it turns you into a detective of your own mind. After reading it, you'll catch yourself analyzing your own forgetfulness. Did I really forget that appointment because I was 'busy,' or was I dreading it? Freud’s explanations can feel brilliant, far-fetched, or sometimes both at once. It’s his most accessible work because the evidence he uses—our own daily blunders—is something we all experience. You don't have to agree with every conclusion to enjoy the provocative ride.

Final Verdict

Perfect for curious minds who enjoy questioning the 'why' behind human behavior. It’s a great, non-intimidating entry point into Freud's thinking. If you've ever been intrigued by psychology, self-reflection, or simply love a good intellectual puzzle applied to real life, this century-old book still has the power to surprise and unsettle you in the best way.



✅ Copyright Status

This digital edition is based on a public domain text. Feel free to use it for personal or commercial purposes.

Deborah Lewis
9 months ago

Great read!

Kimberly Flores
11 months ago

Very helpful, thanks.

4.5
4.5 out of 5 (2 User reviews )

Add a Review

Your Rating *
There are no comments for this eBook.
You must log in to post a comment.
Log in


Related eBooks